Stadtbetriebe Steyr erweitern Liniennetz und Betriebszeiten

Veröffentlichungsdatum02.09.2026Lesedauer6 MinutenKategorienAllgemein, Presse, ...
Ein Bus auf einer Straße geparkt

Mit der umfangreichsten Liniennetz-Erweiterung seit 2007 werden die Steyrer Stadtbetriebe ihren Fahrgästen ab 13. September jährlich rund 100.000 zusätzliche Fahrplankilometer anbieten

Zum Schulbeginn Mitte September

Nach intensiver Vorarbeit und langwierigen Verhandlungen ist es dem Verkehrsbetrieb der Stadtbetriebe Steyr (SBS) gelungen, das Busliniennetz ab Schulbeginn 2026 deutlich zu erweitern. Bei dieser Zusammenarbeit zwischen mehreren Gemeinden handelt es sich um ein bundesweit außergewöhnliches Projekt, weshalb auch zahlreiche Verträge abgeschlossen werden mussten und umfangreiche Genehmigungs- und Konzessionierungsverfahren erforderlich waren. „Da das Genehmigungsverfahren gemeinsam mit dem Land Oberösterreich nun positiv abgeschlossen worden ist, können wir die geplanten Linien- und Betriebszeitenänderungen mit dem OÖVV ab So, 13. September, umsetzen“, erklärt Georg Stimeder, der Leiter des Steyrer SBS-Verkehrsbetriebes. 

Für die Fahrgäste der Steyrer Linienbusse kommt es zu zahlreichen Verbesserungen und Erweiterungen. So werden die städtischen Busse künftig auch in Steyrer Umlandgemeinden unterwegs sein, außerdem wird das BMW-Werk Steyr besser angebunden und ab Mitte September zu allen Schichtzeiten mit den Öffis erreichbar sein. Hier die Neuerungen im Überblick:

 

Geänderte Routen in den Steyrer Stadtteilen

  • Die Linie 2/4 (Resthof/Tabor) entfällt ab Mitte September. Zur Vereinfachung des Liniensystems wird auch der zeitweise befahrene Streckenabschnitt über den Tabor als Linie 2a geführt. Kundinnen und Kunden dürfen sich außerdem über eine zusätzliche Fahrt an Werktagen freuen.

  • Auf mehrfachen Kundenwunsch verkehrt die Linie 2b ab 13. September an Samstagen um 18.25 Uhr sowie sonn- und feiertags ganztägig über den Steyrer Stadtplatz. Der zusätzliche Halt erfolgt nur bei der Fahrt stadtauswärts. Der Stadtplatz wird somit auch an Wochenenden noch besser angebunden.

  • Aufgrund zu geringer Ein- bzw. Ausstiegszahlen sowie einer sehr guten Abdeckung durch die Linien 6 und 7 verkehrt die Linie 3 in Zukunft nicht mehr über den Hubergutberg in Richtung Stadtplatz. Die Streckenführung 3 wird mit der bisher gewohnten Linie 3b ident sein, wobei an Tagesrandzeiten und Wochenenden einzelne Fahrten über den Steinbrecherring zum Bahnhof und weiter auf den Steyrer Stadtplatz angeboten werden. Die Linienbezeichnungen 3a und 3b wird es ab 13. September nicht mehr geben.

  • Aufgrund der beschädigten Pflasterung im Stadtteil Steyrdorf wird der Busverkehr durch die Kirchengasse auf ein Minimum reduziert. So wird die Linie 4 zukünftig über den Schlüsselhof, Blümelhuberberg und die Taborschule direkt zur Wendeschleife auf den Knoglergründen geführt. Dadurch ergibt sich auch ein Mehrwert für alle Bewohnerinnen und Bewohner des Schlüsselhofs sowie der Knoglergründe. Die Rückfahrt erfolgt über die Kaserngasse und den Stadtteil Tabor (Industriestraße, Hanuschstraße, Stadthalle) zum Bahnhof. Die Linie 4 verkehrt künftig auch an Samstagen, die bisherige Linie 7 (Schlüsselhof) entfällt.

  • Mit der neuen Linie 4a fährt der Stadtbus an Schultagen weiterhin zur Gleinker Gasse und Kirchengasse. Diese vier Fahrten pro Tag dienen als Basisversorgung für den Bereich Roter Brunnen sowie als Angebot für mobilitätseingeschränkte Personen und Schülerinnen und Schüler des BRG Michaelerplatz.

  • Die Linie 5 (Gleink) wird wieder in beiden Fahrtrichtungen über die Feldstraße geführt. In Gleink erfolgt eine Kurzführung durch die Steiner Straße, um die Linie 5 zu beschleunigen. Die Siedlungen zwischen Dora-Dunkl-Straße und dem Gleinker Friedhof werden über die Linie 5 und die Linie 9 an das Busnetz der Steyrer Stadtbetriebe angebunden. Dank der attraktiv gekürzten Linienführung in Gleink kann bei der Rückfahrt der Bereich Michaelerplatz – Zwischenbrücken mit der Linie 5 erschlossen werden.
    Die Staffelmayrsiedlung wird auf Kundenwunsch bereits bei der Fahrt stadtauswärts (bisher stadteinwärts) bedient. Zusätzlich gibt es im Frühverkehr auch eine direkte Verbindung zwischen Staffelmayrsiedlung und Bahnhof.
    Der Streckenabschnitt ins Steyrer Stadtgut wird in Zukunft nicht mehr von der Linie 5 bedient, sondern von der Linie 9 übernommen.

  • Geänderte Linienführung der Linie 9 über die Schönauerbrücke, Tomitz- und Schwimmschulstraße. Danach wird der Bereich Frauengasse und Wieserfeldplatz wie gewohnt bedient (zusätzlich zur Linie 10). Die Weiterfahrt erfolgt über Tabor, Stadtbetriebe und Resthof (Dieselstraße) zum Steyrer Stadtgut und Dietacher Kirchenplatz, die Rückfahrt über die Friedhofstraße und Steiner Straße. Anschließend werden die Haltestellen Wieserfeldplatz und Bründlplatz stadteinwärts erneut angebunden. Die Erreichbarkeit des Wieserfeldplatzes wird somit in annähernd ähnlicher Qualität wie bisher angeboten.

  • Auf Wunsch zahlreicher Fahrgäste wird die Linie 10 (Wehrgraben) zukünftig ab der Schwimmschulstraße über die Wehrgrabengasse und den Direktionsberg zur Haltestelle Frauengasse geführt. Die Haltestellen Kohlanger (Kreuzung Wehrgrabengasse/Direktionsstraße) und Direktionsberg werden dabei wieder aktiviert.

 

Erweiterung des Liniennetzes in die Gemeinde Dietach

Steyrs Nachbargemeinde Dietach wird bald mit den Linienbussen der Stadtbetriebe erreichbar sein. Die Linie 9 (Bahnhof – Steyrdorf – Gleink) verkehrt zukünftig über die Haltestelle Dieselstraße und das Stadtgut Steyr nach Dietachdorf und Dietach. Bis zum Tabor wird die Linie entsprechend der bisherigen Linienführung 10 (ohne Stadtplatz) geführt. Ab dem Stadtgut verläuft die Strecke dann über die neu errichtete Elisabeth-Fürschuß-Straße (Gartenbauersiedlung) und die Winklinger Straße.

Die Fahrt stadteinwärts erfolgt über Gleink und den Wieserfeldplatz (Steiner Straße – Wieserfeldplatz – Mittere Gasse – Wiesenberg – Schwimmschulstraße) zum Bahnhof.

Morgens wird entlang der Linie 9 annähernd ein 30-Minuten-Takt eingerichtet, tagsüber ab 8 Uhr verkehrt die Linie stündlich. In der morgendlichen Hauptverkehrszeit wird es auch kombinierte Kurse mit der Linie 5 und weitere Verstärkerkurse an Schultagen geben. Dadurch ergibt sich im Bereich des Klosters Gleink stadteinwärts annähernd ein 15-Minuten-Takt.

Neue Buslinie in die Nachbargemeinde St. Ulrich

Auch die Gemeinde St. Ulrich wird an das städtische Busnetz angebunden und künftig stündlich von der Linie 7 bedient. Diese verkehrt über den Stadtteil Neuschönau bis zur Kreuzung Eisenstraße/Ulrichstraße. Der weitere Streckenverlauf entspricht weitgehend der bisherigen Schulbus-Strecke. Ab der Haltestelle Kremsmayr/Sportplatzstraße wird der Ortsteil Erdsegen angebunden und eine Wendemöglichkeit in der Heidesiedlung eingerichtet. Stadteinwärts verkehrt die Linie ab der Steyrer Stadtgrenze direkt über die Eisenstraße.

Morgens besteht zukünftig ein 30-Minuten-Takt, ab 7.55 Uhr ein Stundentakt. Die Linie 7 wird auch an Samstagen die Nachbargemeinde St. Ulrich im 2-Stunden-Takt an das Netz der Stadtbetriebe anbinden. Laut einer gemeinsamen Vereinbarung mit dem OÖVV wird die Kernzone Steyr in St. Ulrich bis zur Endhaltestelle Heideweg verlängert. Kundinnen und Kunden der neuen Linie 7 können daher zu den regulären Steyrer Kernzonen-Tarifen das Busangebot der Stadtbetriebe nutzen.

 

Attraktive Anbindung des BMW-Werkes

  • Die Linie 1 (Münichholz) verkehrt in Zukunft täglich fünf Mal über den BMW-Standort Steyr (Tor 1).

  • Die Linien 20 und 21 werden in Zukunft deutlich verstärkt und erweitert. Sie werden auch zu den Schichtwechseln im Steyrer BMW-Werk zwischen 13.30 und 15.30 Uhr sowie frühmorgens und spätabends verkehren. An Werktagen wird der Linienbetrieb bis etwa 0 Uhr verlängert. Durch dieses deutlich erweiterte Angebot der Linien 20 und 21 ergeben sich abseits des BMW-Schichtbetriebs auch für alle anderen Fahrgäste attraktive Möglichkeiten, wie zum Beispiel nach einem Theater- oder Kinobesuch.

Einzelne Kurse der Linien 20 und 21 enden oder beginnen künftig beim BMW-Werk – sie werden dann auch das Tor 7 (Haltestellenname „Gußwerkstraße Süd“) an das Netz der Steyrer Stadtbetriebe anbinden.

In Summe stellen all diese Neuerungen die umfangreichste Liniennetz-Erweiterung der Steyrer Stadtbetriebe seit 2007 dar. „In enger Zusammenarbeit mit der Stadt Steyr, den Gemeinden Dietach und St. Ulrich sowie dem Land Oberösterreich können wir unseren Kundinnen und Kunden zukünftig rund 100.000 zusätzliche Fahrplankilometer pro Jahr anbieten“, zeigt sich Stadtbetriebe-Geschäftsführer Markus Rechling-Greimel erfreut. Alle Details findet man ab 3. September auf steyr.at/Stadtbus.

 

Sommerfahrplan eingestellt

Aufgrund deutlich gestiegener Fahrgastzahlen in den Sommerferien der vergangenen Jahre hatte der Steyrer Gemeinderat beschlossen, den bisherigen Sommerfahrplan einzustellen. So sind während der heurigen Schulferien keine Intervall-Dehnungen oder Linien-Zusammenlegungen mehr vorgenommen worden. „Ziel dabei ist, auch während der Sommermonate möglichst viele Steyrerinnen und Steyrer vom Angebot unseres städtischen Busnetzes zu überzeugen“, freut sich Bürgermeister Markus Vogl über die deutliche Angebotserweiterung während der Ferien.

Konkret sind die Linien 1, 2a, 2b und 3b auch während der Sommerferien ganztägig im 15-Minuten-Intervall unterwegs. Ebenso verkehren die Linien 8a, 8b und 10 wie an gewöhnlichen Schultagen.

„Im Vergleich zu den vergangenen Sommerferien haben wir heuer unser Angebot entlang der Steyrer Hauptlinien verdoppelt. Auch in den Stadtteilen Tabor, Christkindl, Reichenschwall und Steyrdorf erweitern wir unser Fahrplanangebot deutlich“, sagt der Leiter des städtischen Verkehrsbetriebes Georg Stimeder. Die jährlichen Mehrkosten für den Ausbau des städtischen Linienangebotes während der Sommermonate werden etwa 50.000 Euro betragen.