Stadt erhält Zeitdokument der 50er-Jahre-Architektur im Steyer Stadtbad
Becken kann in der Sommersaison 2027 wieder benützt werden
Aufwändig saniert werden muss der denkmalgeschützte Tauchergarten im Steyrer Stadtbad. Gesprungene Scheiben, massive Rostschäden in der Stahlkonstruktion, tiefe Risse in den Betonwänden hinter den Mosaikfliesen, undichte Anschlussteile, Farb- und Putzabplatzungen lassen machen die Sanierung notwendig. Der Startschuss für die Arbeiten fiel am 29. September 2026. Die zu erwartenden Gesamtkosten liegen voraussichtlich bei rund einer Million Euro. Schon in der kommenden Sommersaison soll das vor allem bei Kindern und Jugendlichen beliebte Becken wieder zu benützen sein.
„Möglich ist das, weil alle Beteiligten, von der Altstadterhaltung über den Landeskonservator und den städtischen Baumeister bis zu regionalen Handwerkern, bei diesem sensiblen Sanierungsprojekt bestens zusammenarbeiten. Zudem fördert das Bundesdenkmalamt das Projekt voraussichtlich mit einem nicht unerheblichen Beitrag“, sagt die zuständige Stadträtin für Altstadterhaltung und Denkmalschutz, Evelyn Kattnigg. „Besonders wichtig ist mir bei diesem Auftragsvolumen, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt.“
Originale Farbgebung wird rekonstruiert
Die Sanierung ist anspruchsvoll. Es müssen die Mosaikfliesen im Becken erneuert und die Stahlkonstruktion repariert werden. Die ursprüngliche Farbgestaltung der Betonplastik wird rekonstruiert. Der neue, alte Anblick des Denkmals wird im nächsten Jahr die Besucherinnen und Besucher möglicherweise überraschen.
Stadt ist zum Erhalt des Denkmals verpflichtet
Der Tauchergarten ist ein Denkmal der 50er-Jahre und steht aufgrund einer Verordnung des Bundesdenkmalamtes unter Denkmalschutz. Die Stadt ist als Eigentümerin verpflichtet, geschützte Denkmale in einem ordnungsgemäßen Zustand zu erhalten. Dabei sind sowohl die Anforderungen des Denkmalschutzes und des Bäderhygienegesetzes als auch bauliche, sicherheitstechnische und statische Aspekte zu berücksichtigen.
„Bäderpapst von Wien“ entwarf den Tauchergarten
Der Tauchergarten ist Teil der Freibadanlage des Steyrer Stadtbades, die im Sommer 1959 eröffnet wurde. Die Entwürfe der Freibadanlage stammen vom Wiener Architekten Friedrich Florian Grünberger, der auch „der Bäderpapst von Wien“ genannt wurde. Zentrales Gestaltungselement bildet eine Betonplastik mit integrierter Rutsche, welche die Form eines Kraken mit dem dahinter schimmernden Korallenriff (Mosaikfliesen) nachbilden soll. Der Tauchergarten gilt europaweit als einzigartig und ist ein charakteristisches und progressives Zeitdokument der 50er-Jahre-Architektur.
Mitglieder des Steyrer Stadtsenates starteten am 29. September symbolisch die aufwändige Sanierung des Taucherbeckens im Stadtbad. V.l.n.r.: Stadträtin Katrin Auer, Vizebürgermeister Helmut Zöttl, Stadträtin Evelyn Kattnigg, Bürgermeister Markus Vogl, Vizebürgermeisterin Anna-Maria Demmelmayr und Stadtrat Christian Baumgarten.
Der Tauchergarten ist nun vorübergehend eine Baustelle.
Fotos © Magistrat Steyr I Presse